Sonntag, 16. Oktober 2016

Kleine Fische vs. Lokalpoltikerin

Mit der Lokalpolitikerin (LoPol*in) war ausgemacht: 14:30 Uhr, Noto!

Wir hatten es ja nicht so weit, darum konnte die DoRM ohne jegliche Einschränkung abgearbeitet werden: Erst Modica, dann Noto.  Also los! In Modica sahen wir uns wieder alle möglichen Kirchen an, stiegen 250 Stufen hoch und dann an anderer Stelle wieder runter. Soweit nichts Neues. 

Auf dem Weg nach unten kam uns eine Großfamilie entgegen: Vom Kleinkind im Kinderwagen bis zur rüstigen Großmutter. Insgesamt so knapp 10 Leute. Alles im bunten Sprachgemisch. Wir wurden angesprochen, ob es noch einen anderen Weg, als die Treppen nach oben zum Dom geben würde. „Ne, gibt es nicht!“. Aber die Familie schnappte sich pragmatisch kurzerhand immer zu zweit einen der Kinderwagen und hoch die Stufen!

Da taucht plötzlich eine ältere Dame am Ende der Stufen auf, setzte sich auf den Bordstein und brüllt die Stufen hinauf: „Ich bleib hier sitzen!!“ Die Großfamilie von oben: „Ach los komm schon!“ Von unten: „Arreviderci!“ – Als sie uns sieht, fragt sie: „Gibt es da oben ein Café?“ – „Nein“ – „Eis?“ – „Nein“ – „Eine Kirche?“ – „Ja“ – nach oben gebrüllt „Ich bleibe hier“.  Ich weiß nicht, was dieser wissend-leidende Blick, den mir der CdM da auf einmal von der Seite zuwarf,  zu bedeuten hatte!

Es war Sonntagmittag, wir wollten nur noch schnell ein Kaffee und dann war es auch schon höchste Zeit, aufzubrechen, um die LoPol*in nicht warten zu lassen. Aber noch lagen wir prima im Zeitplan. Das mit dem Kaffe gestaltete sich allerdings etwas schwieriger, als gedacht. Am Ende fanden wir eine einladende Frittenbude, die uns mit fettigem Fisch köderte. Danach waren wir doch etwas durstig und kauften uns im Krämerladen nebenan zwei kleine Bier. Dann der Blick auf die Uhr: O wir waren bereits knapp dran! Schnell das Bier trinken und los. Wer schon einmal hektisch eine ganze Flasche Bier, auch wenn es nur eine klitzekleine war, hinuntergekippt hat, wie wir, der weiß, wie es sich dann anschließend anfühlt. Mit einer peinlichen, aber unvermeidbaren Geräuschkulisse erreichten wir das geparkte Auto.

Am Ende kamen wir doch viel zu spät, weil wir ob des Bieres dann doch noch eine Kaffeebar ansteuern mussten. Die LoPol*in nahm es jedoch mit Fassung und aalte sich schon einmal in Noto auf den  Stufen des dortigen Domes. Der CdM schmettert seine gute vorbereitete und sorgsam einstudierte Rede: „SALVE!“ und nach einem Entschädigungscampari-Soda ging es noch gemeinsam durch die obligatorische Kirchenlandschaft in  dem wirklich sehr schönen Noto. Anschließend kurz zum Strand und auf zu unserm „Lovely Cottage“ bei Syrakus.

Unterwegs sahen wir eine kleine nette Pizzeria und da es schon spät war, schlugen wir vor, dort zu essen. Aber hier geht ja nix ohne de DoRM, aber die wirkliche Macht im Hintergrund heisst: GoogleMaps. Grundsätzlich stimmte der CdM unserem Vorschlag zu, aber behielt sich vor, doch lieber noch einmal bei Frau Google nachzufragen. Das Ergebnis nach 15 Minuten  Gogglebesprechung, die sich wie 1,5 Stunden anfühlte: Nein, geht nicht! Frau Google hat einen Gegenvorschlag gemacht. Tolles Restaurant mit 4,irgendwas Punkten und 20%-Rabatt. Egal, wir waren zu hungrig zum Widerstand, also hin! 

Ich denke, Frau Google müssen wir noch einmal zu einem Kochkurs schicken und vielleicht auch zu einem Benimmkurs. Mein Essen war nur salzig, das der anderen ging so. Das Wasser landete nur teilweise im Glas, der größere Teil auf der LoPol*in. Keine Entschuldigung oder auch nur eine neue Flasche Wasser. Nein, Mr.20-Prozent fand das unerheblich. Naja, da weiß man wenigsten wieder, was man sonst so für ein Glück hat. 
Dann doch lieber zurück in unser liebliches Gartenhäuschen und auf der Terrasse, in der jasmingeschwängerten Nachtluft ein letztes Glas Wein. Keine Angst, selbstverständlich nur das letzte Glas für diesen Tag! Und Ab!

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