Freitag, 30. September 2016

Die unglaubliche orange Mappe oder Herausforderung angenommen

Ich habe es gewußt: Die Nacht war kurz. Sehr kurz. Aber auch die zweite Voraussage hat sich bewahrheitet: Am Ende war alles geschafft.

Meine entspannte und gemütliche Grundstimmung kippte allerdings, als beim Frühstück der Major Reiseleiter (Arbeitstitel) ein orange Mappe verdächtig  schwungvoll auf den Tisch knallen ließ. Begleitet von den Worten: ¨Die RoadMap¨ . Wir  - Die orange RoadMap (DoRM) und ich (ich) -  beäugten uns mißtrauisch. Ich schockartig alarmiert. Dieses 8cm-dickes harmlos tuendes Ding konnte nichs Gutes verheißen.  Böse Vorahnung lassen sich ja in der Regel prima ignorieren, indem man einfach einen großen Bogen um den Gegenstand des Schreckens macht. Diese Strategie hilft aber leider so gar nix, wenn Dich zwei erwartungsfrohe Augen ansehen. Also habe ich den Deckel der DoRM vorsichtig angehoben und einen scheuen Blick hinein geworfen. Ich habe es gewußt! ... Nein, das stimmt so nicht. Ich hätte mir das Ausmaß     der nächtlichen Planungsstunden niemals in diesen Dimensionen vorstellen können. Meine Vorstellungskraft wäre einfach zu gering gewesen. Dazu ist anzumerken, dass ich sonst immer die Verantwortliche für die Planung so mancher Reise war. Ich bilde mir also ein, auf diesem Gebiet in versierter Experte zu sein. Vergeßt es! Hinter dem A3-Deckblatt mit den exakten Zeitplan der kommenden drei Wochen (ich meine das genau so wie ich es sage!!!) zu jedem unserer Standorte genauste Detailinfos bezüglich Restaurants, Sehenswürdigkeiten und überstandenen Kinderkrankheiten des Bürgermeisters. 8cm pralle Planung!

Aber ich hätte wissen sollen, dass ein leidenschaftlicher Verfahrungsingenieur seine Passion nicht einfach vor dem Urlaub im Spind einschließt!
Darum habe ich mich nach langem Abwägen der Vor- und Nachteile dazu entschlossen, das ganze sportlich zu nehmen: Wir werden sehen, wer am Ende darum bittet, endlich ins Bett gehen zu dürfen, ich oder der Chef de Mission (CdM)-(Endtitel).

Gerade geht neben mir das Licht aus. Ich denke, es steht ganz klar 1:0.

Donnerstag, 29. September 2016

Alles wie immer

Manche finden es ja unheimlich wichtig, dass alles immer so bleibt, wie es schon immer war. Ich könnte eigentlich gut darauf verzichten. Denn es ist jedes Mal das gleiche: Der Abend vor der Abreise wird erst ein später Abend, dann ein sehr später Abend und am Ende eine sehr kurz Nacht.

Es muss sich hier auch niemand vor erneuten Abstimmungen á la: Welche Tasche soll ich mitnehmen? fürchten. Gepackt ist noch nicht und es taucht auch noch nichts dergleichen am spätabendlichen Horizont auf. Aber wir wissen: Am Ende wird alles geschafft sein.

Dieses Mal soll es rund gehen. Rund um die Insel. Rund um Sizilien.
Seit einigen Wochen wurde jeden Abend geheimnisvoll geplant. Ich bekam nur solche Hinweise ins Ohr geraunt wie: "Pack auf jeden Fall die Wanderschuhe ein!" oder "Zum Glück sind wir ja auch zu Hause das frühe Aufstehen gewohnt. Braucht es also keiner Umstellung!". Wenn ich dann doch das Pokerface verliere und leicht panisch nachfrage, ob das Ernst gemeint ist: Ein diabolisches Lächeln.

Ich muss sagen, mir ist etwas bange. Aber das gebe ich natürlich nicht zu. Täglich 6 Uhr aufstehen? Kein Problem. Da hau ich mich erst nach dem Frühstück hin.